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19. Januar 

Am heutigen Tag hätte unser Vati Geburtstag gehabt. Durch seinen Tod am 30. Dezember wird es aber heute keine Geburtstagsfeier geben. Dennoch haben wir uns heute zusammen gefunden, um in einer Gedenkfeier uns seiner zu erinnern. In die Trauerhalle des Friedhofes in Ludwigsfelde kamen 70 Gäste, um von Werner Frank Abschied zu nehmen. Seine ehemaligen Arbeitskollegen, Sportfreunde, Wanderer, Bekannte, Nachbarn und Freunde und natürlich die Familie. Es wurde eine sehr schöne Stunde, die auch durch die Lifemusik von vier Musikern aus Berlin, die einige Sätze aus Vivaldis Vier Jahreszeiten hervorragend spielten aufgewertet wurde. Dass ich mich in den letzten Tagen so wenig hier gemeldet hatte, liegt auch daran, dass ich mich auf meine Rede aus diesem Anlass vorbereitet habe. Sie kam auch ganz gut an. Gefreut hat es mich vor allem, dass wir gemeinsam das Lied "Turner auf zum Streite" in der kleinen Kapelle gesungen haben. Jetzt werden wir die Urne noch im kleinen Familienkreis beisetzen und dann haben wir diesen Kraftakt wohl erst einmal hinter uns. Wir wollen hoffen, dass wir nun nicht so schnell wieder über den Tod eines nahen Angehörigen schreiben müssen.

Euch wünschen wir für die nächste Zeit alles Gute.

Hier ist der Text der Rede nachzulesen. Hier klicken

3. Januar 2019

Heute schreibe ich zur Sicherheit mal die Jahreszahl hinzu. Schließlich hat ein neues Jahr angefangen und wir wünschen allen Leserinnen und  Lesern unseres Tagebuches, alles erdenklich Gute für das Jahr 2019.

Nun ist es schon vier Tage her, dass Vati tot ist. Und ausgerechnet gestern erhielten wir zudem noch die Nachricht, dass eine seiner langjährigsten Freundinnen aus Altenburg einen Tag zuvor verstorben ist. Dorle Kaiser war wohl seit den 40er Jahren durch die Arbeit meiner Mutti im Steuerbüro ihres Mannes bekannt und es hat sich eine nur durch den Tod enden wollende Freundschaft entwickelt. Gemeinsam haben sie nicht nur die Ausflüge zu Pfingsten gemacht sondern sind auch über viele Jahre zusammen auf den Campingplätzen der Mecklenburger Seenplatte unterwegs gewesen. Ein Besuch in Altenburg oder andersherum in Ludwigsfelde war immer drin. Somit geht nunmehr eine ganze Generation verloren. Mit ihnen so viele schöne Erlebnisse und Erinnerungen, so wunderbare gemeinsame Stunden.

Heute hat die MAZ auch einen wunderbaren Artikel über unseren Vater veröffentlicht und ich möchte euch hier den Text gern übermitteln und ihn für lange Zeit auch auf unserer Homepage speichern.

Artikel aus der Märkischen Allgemeinen vom 3. Januar 2019 (Ausgabe Zossen)

Warmherziger letzter Gruß für Fontane

Werner Frank und Theodor Fontane waren Freunde im Geiste. Kurz vor seinem Tod schenkte der Ludwigsfelder dem märkischen Dichterfürsten einen Schal, damit der gesund ins Fontane-Jahr 2019 rutscht.

Wandern war die große Leidenschaft von Theodor Fontane und Werner Frank. Wahrscheinlich wären beide so manchen Weg gemeinsam gegangen, hätten sie zur selben Zeit gelebt. Der märkische Dichterfürst wurde in Neuruppin am 30. Dezember 1819 geboren. Auf den Tag genau 199 Jahre später starb sein Ludwigsfelder Verehrer Werner Frank.

„Vater wollte unbedingt, dass man Fontane einen Schal reicht, damit er im Winter nicht friert“, so sein Sohn Reinhard Frank. Wenige Gehminuten von der väterlichen Wohnung entfernt ziert eine Büste des wandernden Literaten die große Grünfläche vor der Theodor-Fontane-Grundschule. Am zweiten Advent erhielt das Kunstwerk einen Schal von Werner Frank spendiert. „Der selbst gestrickte Schal war ein Geschenk seiner Schwiegertochter“, so Reinhard Frank. Wer sich mehr über diese warmherzige Geste freute, bleibt das Geheimnis von Fontane und Frank.

Erste Begegnung mit dem Schriftsteller

Zu der von Dietrich Rohde (geboren am 29. Mai 1933 in Berlin, gestorben am 27. Dezember 1999 in Königs Wusterhausen) geschaffenen Büste pflegte Werner Frank eine besondere Beziehung. Wandern war auch dem 1978 geschaffenen Kunstwerk nicht fremd. Anfangs stand es in Ludwigsfelde vor dem Kino. Als der Rathausplatz Mitte der 90er Jahre mit dem Birken-Hochbeet komplettiert wurde, zog die Büste dorthin. Später musste sie der Autobahneichen-Skulptur weichen. Mit einem neuen Schriftzug vor der Fontaneschule fand sie schließlich den passenden Platz.

Liebevoll sorgte sich Werner Frank um die Blumen am Denkmal. Auch im Hitzesommer 2018 trug er so manche Gießkanne voller Wasser von seiner Wohnung über die Straße zu der rund 200 Meter entfernten Büste. „Vater fühlte sich immer ein bisschen für Fontane verantwortlich“, so Reinhard Frank. Er erinnert sich noch genau an seine erste Begegnung mit dem Schriftsteller. In den 70er Jahren zeltete die Familie am Tornowsee in der Nähe von Fontanes Geburtsstadt Neuruppin. Da habe man auch das Haus mit der Apotheke besucht, in dem Fontane auf die Welt kam.

Humor, Sport, Ehrenamt als Lebenselixier

„Gesund bleiben“, wünschte sich Werner Frank an seinem 86. Geburtstag. „Schließlich will ich ja 110 Jahre alt werden“, sagte der ehemalige Autowerker damals der MAZ. Jeden Morgen Bürstenmassage und 25 Liegestütze bei offenem Fenster gehörten zu seinem täglichen Fitness-Programm. Zum Frühstück gab es an Tagen, die ein „M“ in Namen haben, stets Müsli. „An allen anderen Tagen schmuggele ich ein M hinein“, witzelte der Senior.

Humor, Sport und ehrenamtliches Engagement waren Werner Franks Lebenselixier. Er war Mitglied im Verein der Freunde der Industriegeschichte, wirkte als Übungsleiter im Turn- und Gymnastik-Club Ludwigsfelde. Dienstags ging er mit Ehefrau Renate schwimmen, freitags in die Sauna. Bei den Ludwigsfelder Wanderfreunden leitete er viele Touren. Wenn es sich anbot, wanderte er dabei auch nach Gröben und Siethen und damit auf Fontanes Spuren.

Romancier hatte Angst vor Erkältungen

Eine lebensgefährliche Erkrankung zwang den 91-Jährigen, dem Tod ins Auge zu blicken. „Vater hat sich seit dem 13. November darauf vorbereitet, dass es mit ihm zu Ende geht“, so Reinhard Frank. „Der Schal war die letzte Liebesgabe, die er Theodor vermachen konnte“. Fontane hatte große Angst vor Zugluft und Erkältungen. Deshalb war der Romancier zu jeder Jahreszeit in einen Schal gehüllt, um sich vor Schnupfen und Husten zu schützen.

Seine Furcht vor Erkältungen ging so weit, dass er sie in seinen Werken thematisierte. Mehrere seiner Romanfiguren kommen durch eine Erkältung zu Tode. Das berühmteste Beispiel ist Effi Briest. Am Ende wird sie durch „die Nachtluft und die Nebel, die vom Teich her aufstiegen“ auf das Krankenlager geworfen und stirbt. „Mit dem Schal verband mein Vater den Wunsch, dass sich Theodor nicht erkältet und gut in das Fontane-Jahr 2019 rutscht.“

Von Frank Pechhold